Paartherapie / Paarberatung

Paare sind in ihrem Leben mit persönlichen, familiären und beruflichen Veränderungen konfrontiert. Diese Übergänge und veränderten Lebensumstände können zu Krisen führen die, wenn ihnen nicht genug Beachtung geschenkt wird, bis zum Zerwürfnis der Beziehung oder der Ehe führen können.

Das Ziel in der Paartherapie ist es neue Perspektiven zu entwickeln, aber auch Enttäuschungen und Verletzungen aufzuarbeiten um wieder einer respektvollen und vertrauenswürdigen, glücklichen Beziehung endgegenschauen zu können. Kommunikations- und Verhaltensmuster die Ihrer Partnerschaft Schaden zufügen werden reflektiert. Damit soll ermöglicht werden, dass Sie sich selbst aber auch Ihre(n) PartnerIn besser verstehen lernen.

Der Fokus auf die Grundpfeiler ihrer Partnerschaft wie zum Beispiel Anerkennung, Aufmerksamkeit, offene und unausgesprochene Ansprüche an die/den Partner/in, körperliche Nähe und erfüllte Sexualität soll dazu beitragen, das Wachstumspotenzial ihrer Beziehung zu erkennen und zu fördern.

Die Auseinandersetzung mit Ihrer eigenen Entwicklung im Sinne – gemeinsam sind wir ein Paar, aber es gibt uns auch „alleine“ – soll die Balance zwischen Gemeinsamkeit und Eigenständigkeit ermöglichen.

Im Rahmen einer ersten Sitzung ist es mir wichtig, dass sie mich als Person mit meiner Arbeitshaltung kennenlernen. Ein wesentlicher Bestandteil im Erstgespräch ist es einen Einblick in ihre derzeitige Problemsituation zu bekommen, damit ich Ihnen Möglichkeiten und Grenzen der weiteren Zusammenarbeit aufzeigen kann. Sollten Sie sich entscheiden mit mir in den Paartherapie - Prozess einzusteigen, werden wir in den weiteren Sitzungen die bereits im ersten Gespräch thematisierten Problemfelder genauer betrachten und an der (Auf-)Lösung Ihrer Probleme arbeiten.

Mein Ansatz in der Paartherapie lautet: „Wie kann ich Ihnen helfen mich wieder los zu werden“! Ich arbeite lösungsorientiert und zeitlich begrenzt. Die Dauer und die Frequenz der Therapie bzw. Beratungssitzungen werden im Erstgespräch miteinander vereinbart.

Wann kommen Paare üblicherweise zu mir in Therapie / Beratung?

Beziehungen mit anderen Menschen können auf der einen Seite Quelle von großem Glück sein, auf der anderen Seite bieten sie Potential für den intensivsten Schmerz in unserem Leben. Manche Paare kommen zu mir in die Beratung/Paartherapie, wenn ihre Beziehung bereits in Scherben liegt, quasi als ein letzter Versuch kurz vor der sich bereits abzeichnenden Trennung.

Andere Paare wiederum leben eigentlich in einer soliden Beziehung, durchleben aber gerade eine Krise und suchen in dieser Phase nach Hilfe und Anleitung, um diese erfolgreich gemeinsam zu meistern.

Egal aus welchen Motiven heraus Sie sich für eine Paartherapie entscheiden, durch den Fokus auf die Konfliktursachen und die Stärkung der Beziehung ist sie meist sehr erfolgreich darin, Partner wieder näher zueinander zu bringen. Der Schlüssel dabei ist ein beiderseitiges Bekenntnis zur Partnerschaft, die Offenheit sich auf Neues einzulassen sowie die Bereitschaft Anpassungen am eigenen Verhalten vornehmen zu wollen.

Mögliche Beweggründe und Ursachen für eine Paartherapie

1 – Kommunikationsprobleme

Wenn sich die Kommunikation innerhalb einer Beziehung grundsätzlich problematisch gestaltet, ist es für Paare oft schwierig, diese wieder zu verändern. Destruktive Kommunikation zwischen Paaren kann auch dazu führen, dass einer der beiden Partner unsicher wird, sich zurückgewiesen fühlt und seinerseits wiederum eine zurückweisende Haltung einnimmt, bis hin zum kompletten Rückzug von jeder Art und Weise der Auseinandersetzung. In der Paartherapie können bessere Voraussetzungen für zukünftiges Kommunikationsverhalten erprobt und mit positiven Gefühlen verknüpft werden.

2 – Außenbeziehungen

Wenn sich Paare an mich wenden, weil es eine Außenbeziehung gibt, kann ich gleich vorab sagen, dass die Paarbeziehung sich von einer Außenbeziehung erholen kann, aber es braucht sehr viel Arbeit am Willen zu Vergeben und zu verzeihen, um wieder gemeinsam in die Zukunft blicken zu können. Es gibt keine magische Formel in der Begleitung, die ich Paaren weitergeben kann, damit sich ihre Beziehung nach einer Affäre wieder erholen kann – aber wenn beide Partner ehrlich zueinander sind und den Willen mitbringen am Therapieprozess teilzunehmen, kann eine Beziehung gerettet werden. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass am Ende der Therapie die Erkenntnis erwächst, dass es für beide Seiten sinnvoller ist zukünftig getrennte Wege zu gehen. Auch für diesen Fall kann eine Paartherapie der Grundstein dafür sein, um respektvoll auseinander und gestärkt für die Zukunft weiter zu gehen.

3 – Nebeneinander Leben

Nebeneinander Leben ist der Gegensatz zu miteinander leben. Das ist meistens dann der Fall, wenn Sie sich als Paar mehr als häusliche Zweckgemeinschaft verstehen. Das bedeutet nicht, dass Sie zwingend alles gemeinsam unternehmen sollten, um dem entgegen zu wirken, sondern dass die fehlende Kommunikation und die damit einhergehende fehlende Intimität zwar vorherrschen, dass wir aber etwas dagegen tun können. Ich versuche mit Ihnen die Ihnen innewohnenden Merkmale und persönlichen Werte herauszuarbeiten, damit Sie sich wieder auf emotionaler Ebene verstehen und wahrnehmen können und in weiterer Folge in Ihren Anliegen respektiert und ernst genommen fühlen können.

4 – Unauflösbare Differenzen

Wenn ein Paar beginnt differenzierte Sichtweisen zu einer oder mehreren bestimmten, wichtigen Thematiken aufzubauen (Kindererziehung; Kinderwunsch; finanzielle Angelegenheiten; Annahme eines Job-Angebotes im Ausland..) und kein Kompromiss oder eine Übereinkunft nach dem Motto: „Wir sind uns nicht einig, wir sind uns eben zweinig" möglich ist, dann wird dies zu starken Belastungen in der Partnerschaft führen. Sich über die verschiedenen Standpunkte bewusst zu sein, heißt noch lange nicht, einen Weg zu einer dauerhaften Lösung entwickeln zu können. Oftmals höre ich Paare sagen: „Wir wissen was schief läuft, aber wir wissen nicht was wir dagegen tun können". In der Paartherapie erhalten Sie den nötigen Halt und den Raum, um sich aus dieser Krise wieder herauszubewegen, um sich danach wieder neu miteinander zu ordnen und um sich gemeinsam in eine Richtung zu bewegen.

 5 – Emotionaler Rückzug eines Partners

Eine Aufgabe die ich Paaren gerne stelle, ist, dass ich sie auffordere, sie mögen sich in den nächsten Tagen oder Wochen auf die Unterschiede ihrer eigenen Bedürfnisse und die ihres Partners konzentrieren. Die Idee geht der Annahme voraus, dass ein Partner sich in der Sitzung aber auch laut Erzählungen im täglichen Leben „nicht in die Karten schauen" lässt. Auch wenn wir über einige Zeit schauspielern und unsere Bedürfnisse und Wünsche zurückdrängen, letztendlich kommen sie immer an die Oberfläche. Hervorbrechende Emotionen und Gefühle wie Ärger, Aggression, Wut und Enttäuschung sind dann für den anderen Partner schmerzhaft und nicht nachvollziehbar. Ich kann mich an einen Fall erinnern, in dem eine Frau sehr verletzt über eine Indiskretion ihres Partners war. Auch wenn sie grundsätzlich an der Beziehung festhalten wollte, agierte sie in der Partnerschaft in ihrem Verhalten boshaft und zynisch. Vorsätzlich machte sie auch in der Sitzung Andeutungen, die ihrem Mann glauben machen sollten, sie sei ihm untreu. Sie wollte, dass ihr Mann die selben Schmerzen empfindet wie sie. In den Paarsitzungen werden solche und ähnliche verdeckten „Attacken" aufgearbeitet und an einem neuen, energiesparenderen Umgang miteinander gearbeitet.

6 – Trennung auf Zeit

In manchen Fällen kann eine Auszeit von der Partnerschaft tatsächlich hilfreich sein, um Standpunkte und Verhaltensweisen von strittigen Situationen aus einer distanzierteren Perspektive neu überdenken zu können. Eine Trennung auf Zeit löst noch keine bestehenden Probleme, vor allem, wenn sie nicht trotzdem intensive Beachtung finden. Im Gegenteil – es kann sich das Gefühl verstärken, dass eine Trennung auf Zeit vordergründig ein gutes Instrument darstellt, um Problemen nur aus dem Weg zu gehen. Das Ergebnis ist dann die Ausdehnung dieser Phase des nicht-verstanden-Werdens. Aus diesem Grund bedarf es in dieser Phase klarer Absprachen, deutlicher Vereinbarungen über Nähe und Distanz und die Übereinkunft beider Partner aktiv an den Themen zu arbeiten, eben mit Hilfe eines zeitlich begrenzten „Zwischenraums" und einer begleitenden Paartherapie.

7 – Zusammenbleiben wegen der Kinder

Wenn sich ein Paar dazu entscheidet nur für das Wohlergehen der Kinder zusammen zu bleiben, kann es oftmals helfen einen unparteiischen Dritten einzuschalten. Denn wenn diese Entscheidung, die sich auf einen an sich wohlgemeinten Vorsatz gründet, im Anschluss in eine negative Partnerschaft mündet, kann dies eher zum Nachteil der betroffenen Kinder sein als eine positive Trennung. Eine Gegenüberstellung der beiden Lebensentwürfe hin zu einer gesunden Partnerschaft wäre eine gute Lösung für alle Beteiligten. Meiner Meinung nach sollten Kinder niemals der entscheidende Faktor sein, ob sich ein Paar dazu entschließt weiter zusammen zu leben oder nicht. In meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mache ich immer wieder die Erfahrung, dass deren Aussagen ein Spiegel der elterlichen Unzufriedenheit sind. Kinder sind sehr intuitiv. Wie auch immer Paare versuchen eine glückliche Partnerschaft vorzutäuschen, die meisten Kinder erkennen und erspüren die vorherrschenden Gefühle.

Ablauf einer Paartherapie

Die Entscheidung, sich zum ersten Mal auf eine Paartherapie/Paarberatung einzulassen, kann durchaus von beängstigenden Gefühlen und Vorstellungen begleitet sein.

Nicht schon vorab genau zu wissen, was einen bei einer solchen Sitzung erwartet, empfinden viele Personen als unangenehm. Seien Sie beruhigt: Sie sind und bleiben die Experten/Expertinnen für Ihr Leben – ich bin nur die Expertin für neue Perspektiven darin. Es bleibt Ihnen überlassen, wie weit Sie sich mir anvertrauen möchten und auch die Entscheidung über die Annahme meiner Vorschläge zur Verbesserung der Situation bleibt Ihnen überlassen.

Zu mir kommen Paare in unterschiedlichsten Lebenslagen, in unterschiedlichen Phasen der Partnerschaft und in den verschiedensten Lebensabschnitten. Einige Paare kennen sich erst seit kurzer Zeit, andere wiederum sind seit über 20 Jahren verheiratet. In der Regel suchen mich Paare auf, um einen „neutralen Dritten“ in ihre Situation mit einzubeziehen, damit sie die durch eine Krise erzeugte Disbalance in ihrer Partnerschaft wieder ins Lot bringen können.

Indem Paare miteinander in Therapie gehen, zeigen sie, dass ihre Probleme zusammen gemeistert werden wollen und dass die Dinge wieder zurück „auf Linie“ gebracht werden sollen. Als Psychotherapeutin übernehme ich keine parteiische Rolle in Paarkonflikten, sondern versuche Wege für ein besseres gegenseitiges und gemeinsames Verständnis aufzuzeigen. Während der Sitzung übernehme ich die Rolle der Moderatorin und leite die Partner aktiv dazu an, positiv miteinander zu kommunizieren. Die Dauer und Intensität der Sitzungen hängt von den anstehenden Bedürfnissen und Entwicklungsschritten ab und wird mit Ihnen in einer ersten Sitzung besprochen. Mein Ziel ist es, mit Ihnen einen gezielten Transfer des erworbenen Wissens in den Alltag zu ermöglichen. Dafür benutze ich unterschiedliche Techniken, die immer individuell auf Sie als Paar abgestimmt sind.

Berufliche Schweigepflicht

Nach § 15 des Psychotherapiegesetzes bin ich in Ausübung meines Berufes der mir  anvertrauten oder bekannt gewordenen Geheimnisse zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Was kann man durch eine Paartherapie / Paarberatung erreichen?

Mir ist es ein Anliegen, dass Paare eine realistische Vorstellung davon haben, was durch eine Paartherapie erreichbar ist. Aus diesem Grund weise ich meine Klienten deutlich auf den Umstand hin, dass sich nach anfänglichen „Hochgefühlen" und schnellen Erfolgen der ersten Sitzungen in den darauffolgenden Stunden gerne wieder alte Verhaltensmuster und Vorwürfe einschleichen.

Alles scheint in diesem Moment für das Paar „beim Alten" zu sein und damit einher gehen häufig Enttäuschung und Mutlosigkeit. Diese Phase gilt es durchzustehen – denn sie ist eine Art Prüfung für den Willen, etwas in der Beziehung wirklich verändern zu wollen. Und eine Veränderung ist danach unabwendbar: durch die therapeutische Intervention wird in der Interaktion viel in Bewegung gesetzt. Der Blick auf ursprüngliche Themen verändert sich, weil Sie anfangen werden, sich und Ihre/n Partner/in mit anderen Augen zu sehen und sogar neue Seiten mit- und aneinander zu entdecken.

Es ist unrealistisch zu glauben, dass jahrelange Kommunikationsprobleme und tiefe Krisen durch wenige Sitzungen „geheilt" oder ungeschehen gemacht werden können, genauso ist es ein Irrtum zu glauben, bei mir als Psychotherapeutin Unterstützung dabei zu finden, den/ eigene/n Partner/in umzuprogrammieren.

Ich begleite und unterstütze Sie gerne dabei, die Beratungsergebnisse, die wir in der Therapie gemeinsam erzielen, in den Alltag zu transportieren, damit Sie alte Vorwürfe, alte Interaktionsmuster und Resignation hinter sich lassen können. Sie werden zusehends davon überzeugt werden, dass Sie als Paar anstehende Lebenskrisen einfacher und schneller miteinander meistern und dadurch gestärkt in die Zukunft blicken können.